Archiv für Mai 2012

Arundathi Roy „Walking with the comrades“

Unter http://www.freedomroad.org/images/stories/PDF/RoyWalkingwtheComrades.pdf habe ich einen interessanten Beitrag von der indischen Autorin Arundathi Roy gefunden, die eine Zeit lang indische Naxaliten begleitet hat. Die indischen Naxaliten sind eine linksextremistische Gruppierung in Nordindien, die sich an die maoistische Ideologie anlehnen und vom indischen Premierminister Manmohan Singh als die „größte Bedrohung der inneren Sicherheit Indiens“ bezeichnet wurden. Der Beitrag ist zwar etwas länger, aber sehr spannend zu lesen. Für diejenigen, die es interessiert – viel Spaß dabei.

 

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Pressefreiheit

Die Pressefreiheit ist ein zentraler Wert der Demokratie, ebenso ist Sie ein Menschenrecht und dennoch nicht für jeden Selbstverständlich. In vielen Ländern der Welt wird die Pressefreiheit immer noch stark beeinflusst oder unterbunden.

Pressefreiheit bedeutet das Recht auf Veröffentlichung von Informationen und Meinungen ohne jegliche Einschränkung bzw. Zensur via Rundfunk, Presse und ähnlichen Medien. Ziel von Pressefreiheit ist die Sicherstellung der freien Meinungsäußerung und Meinungsbildung aller Mitmenschen. In Deutschland ist die Pressefreiheit im Artikel 5 des Grundgesetzes verankert.

Artikel 5 Grundgesetz:

  • Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
  • Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
  • Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Geschichte:

1450 wurde in Mainz durch Johannes Gutenberg der Buchdruck erfunden. Durch diese von Gutenberg erfundene Technik, wurde es möglich politische, religiöse und soziale Aussagen innerhalb kürzester Zeit zu verbreiten. Diese neue Technik verdrängte schnell die alten Methoden der Nachrichtenverbreitung. Ebenso führte diese auch zu Protesten seitens der Kirche und der Staaten. Bis zu Einführung des Buchdrucks praktizierte die Kirche das System der Nachzensur, welches jedoch bei der aktuellen Anzahl an Schriften nicht mehr möglich war. Konsequenz der Kirche war die Einführung einer Vorzensur bzw. Zensur. Durch ein solches Zensursystem schaffte die Kirche ein Tool zur Meinungskontrolle, Selbstschutz, Verteidigung und Reinhaltung des Glaubens.

Jahre später entstand die theoretische Idee der Pressefreiheit in Deutschland mit dem Ziel diese als Menschenrecht einzufordern. Entgegen schärfster Beobachtungen hielten die Menschen an dem Freiheitsgedanken fest. Andere Länder wie Amerika, England oder Frankreich waren Vorläufer im Themenbereich Pressefreiheit. Bei der französischen Revolution standen vor allem Volksvertretung und Pressefreiheit im Vordergrund. Nach mehreren Aufständen in Deutschland billigte die damalige deutsche Regierung der Pressefreiheit zu. Dies war der Grundstein für die Verfassung eines Grundrechtskatalogs in Frankfurt am Main 1849.

Quellen:

Auslandsberichterstattung

Auslandsberichterstattung ist ein massenmedial erzeugtes und vermitteltes Wahrnehmungsbild über das Ausland. In der modernen Mediengesellschaft wird unsere Wahrnehmung von der Welt maßgeblich durch die Auslandsberichterstattung geprägt.

Auslandskorrespondenten berichten aus fremden Ländern und formen damit nicht nur das Verständnis über fremde Kulturen, sondern beeinflussen die Beziehungen zwischen den verschiedenen Ländern entscheidend mit. Insbesondere politische und ökonomische Prozesse laufen zunehmend medienvermittelt ab, womit den Nachrichten aus dem Ausland eine geradezu „existenzielle“ Bedeutung zukommt.

Insbesondere in Krisenzeiten wird der Auslandsberichterstattung ein erhebliches Beeinflussungspotenzial im Hinblick auf politische Entscheidungen bescheinigt.

Auslandskorrespondenten besetzen daher eine Schlüsselrolle in der öffentlichen Kommunikation über das Geschehen im Ausland und  liefern sogar die Informationsbasis, auf der sowohl Regierungen als auch Unternehmen politische und  ökonomische Entscheidungen treffen.

Gegendarstellung

Eine Gegendarstellung ist die eigene Darstellung eines Sachverhalts, über den zuvor in einem Medium berichtet wurde. Die Gegendarstellung geschieht durch den Betroffenen selbst, wobei es sich dabei sowohl um natürliche, als auch juristische Personen, wie z.B. Vereine, handeln kann.
Mit der Gegendarstellung versucht der Betroffene einen, in seinen Augen, von dem Medium falsch dargestellten Sachverhalt richtig zu stellen. Dabei liegt die Beweispflicht einer Falschdarstellung bei dem Betroffenen. Wird der Anspruch des Betroffenen anerkannt, muss die Gegendarstellung im selben Medium, an ähnlicher Stelle und kostenlos abgedruckt werden.
Die Gegendarstellung entwickelte sich aus dem Grundsatz „audiatur et altera pars“ (auch der andere Teil soll angehört werden), der den Ideen der französischen Revolution entstammt.
Durch die Möglichkeit der Gegendarstellung soll die inhaltlich richtige Informationsverbreitung garantiert werden. Außerdem dient sie dem Recht der freien Meinungsbildung und dem Recht auf Selbstbestimmung über die öffentliche Darstellung der eigenen Person.
In Deutschland wurde die Gegendarstellung juristisch erstmals im Reichspressegesetz von 1874 geregelt. Heutzutage ist die Gegendarstellung in den Pressegesetzen der einzelnen Länder geregelt.

 

www.initiative-tageszeitung.de

www.presserecht-aktuell.de

Presserecht: Der Gegendarstellungsanspruch und seine Umsetzung

deutscher Presserat

Der deutsche Presserat wurde am 20 November 1956 nach dem Vorbild des britischen „Press Coucil“ gegründet und ist eine Organisation der vier großen Presseverbände in Deutschland(BDZV/VDZ/DJV/dju).
Der Presserat wurde gegründet, um ein Bundespressegesetz, und damit die Einmischung der Politik in die Pressefreiheit, zu verhindern. Da in der deutschen Geschichte die Medien bereits instrumentalisiert wurden, war dies ein wichtiger Schritt, um die Souveränität der Medien zu gewährleisten.
Aufgabe des Presserates ist eine freiwillige Selbstkontrolle der Medien. Um die Kontinuität bei dieser Kontrolle zu gewährleisten, entwickelte der Presserat den Pressekodex. Außerdem tritt der Presserat für einen unbehinderten Zugang zu Nachrichtenquellen ein.
Als Sanktionen für Verstöße gegen den Pressekodex stehen dem Presserat der „Hinweis“, die „Missbilligung“ und die „Rüge“ zu Verfügung.
Da die Sanktionen allerdings keine gesetzliche Grundlage haben, sind die Medien nicht dazu verpflichtet auf die Sanktionen zu reagieren. So akzeptierte die BILD-Zeitung schon einmal für ein paar Jahre den Presserat nicht als Kontrollgremium. Daher wird der Presserat auch oft als „zahnloser Tiger“ bezeichnet.

Beschweren erwünscht(Welt Online)

Ethik im Journalismus

Ethik ist im Journalismus aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Zum einen ist die Frage inwieweit der Journalismus in das Privatleben von Menschen eingreifen darf, zum anderen ist die Frage inwieweit er in das Leben von Menschen eingreifen muss um z.B. über Skandale von Bedeutung berichten zu können (investigativer Journalismus).

Der investigative Journalismus ist eine von der Gesellschaft sehr erwünschte Form des Grenzen überschreitenden Journalismus, da hier durch langwierige Recherchen in der Regel massive Skandale aufgedeckt werden. Günther Wallraff, ein bekannter Enthüllungsjournalist, wurde bekannt durch seine tiefgehenden Recherchen in deutschen Großunternehmen. Seine Reportage, Artikel und Bücher deckten zum Misswillen vieler Unternehmen Inhalte auf, die zwingend an der Öffentlichkeit stehen sollten, jedoch ohne Journalisten, wie Wallraff im Verborgenen bleiben. So ist festzuhalten, dass investigativer Journalismus durchaus in einer Grauzone der Ethik agiert, aber sicherlich sowohl in der Gesinnungs- als auch in der Verantwortungsethik vertretbar erscheint.

Eine andere Form des Grenzen überschreitenden Journalismus bildet der auf vollkommen ökonomisch ausgelegte Aspekte Journalismus. Die „Bild-Zeitung“, aber auch die „Bunte“ geben externen Agenturen (z.B. Agentur CMK) Rechercheprojekte in Auftrag, die ethisch nicht mehr zu vertreten sind. So wurde z.B. das Privatleben von Müntefering und seiner Lebensgefährtin regelrecht ausspioniert und die Mitarbeiter der Agentur sind bewusst in das Privatleben des Spitzenpolitikers eingedrungen. Diese Projekte werden von den Auftraggebern in der Regel sehr gut bezahlt und werden begründet durch eine hohe Anzahl an Lesern, die daran interessiert sind. Jedoch verstößt diese Form des Journalismus gegen ethische Grundsätze.

Zur Überwachung ethischer Grundsätze gibt es den Pressekodex, der 1973 vom deutschen Presserat aufgestellt wurde. Inhaltlich geht es um ethische Verhaltensweisen, die Journalisten bei Ihrer Arbeit stets beachten sollten. So sollte eine Meldung immer zwei voneinander unabhängige Ursprünge haben um die Qualität und Richtigkeit einer Meldung zu gewährleisten. Weiterhin hat ein Journalist nur eine berichtende Funktion, darf niemals Partei ergreifen und muss stets objektiv von beiden Seiten einer Thematik berichten. Er muss stets ein Mindestmaß an kritischer Distanz wahren und stets die Wahrheit berichten sowie die Menschenwürde wahren. Verstößt ein Journalist oder eine Zeitung gegen diese Grundsätze, so werden diese gerügt. Kritiker äußern sich über die Macht des Presserates, denn es kommt zu keiner einschränkenden Auswirkungen, wenn eine Rüge ausgesprochen wurde.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass Ethik im Journalismus sehr viele Fassetten hat und aufgrund der Pressefreiheit viele Grenzen in der Grauzone fehlen. So kommt es immer wieder dazu, dass Menschenleben aufgrund von falschen Berichten zerstört werden, ohne dass es zu nachhaltigen Konsequenzen für die Beteiligten kommt.

 

Quellen:

http://www.presserat.info/

http://cmkgroup.de/

http://www.guenter-wallraff.com/

http://www.presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html

http://klaus.jaehne.de/papers/verantwortungsethik/

Der Journalist

Der Journalist

Das Berufsbild Journalist ist weder staatlich festgelegt noch geschützt. Ausgehend von Artikel 5 des Grundgesetzes hat jeder Bürger das Recht, eine Meinung in Wort, Bild und Schrift zu verbreiten – und somit journalistisch tätig zu werden[1]. In der Regel sind Journalisten in Korrespondenz- oder Nachrichtenbüros, Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, bei Fernseh- oder Radiosendern, in PR- und Multimedia Agenturen oder in PR Abteilungen von Unternehmen beschäftigt.[2] Zudem hat die rasche Verbreitung des Internets eine weitere Form des Journalismus hervorgebracht: den Online-Journalismus.[3]

In das Aufgabenfeld eines Journalisten, einschließlich des Online Journalisten, fällt die Schaffung und Sammlung von allgemeinen, kulturellen, politischen oder wirtschaftlichen Informationen und die hierauf basierende Erstellung von Beiträgen für Presse, Funk und Fernsehen in Form einer Nachricht, eines Berichts, im Rahmen der Fotographie, des Films oder Interviews sowie als Reportage, Feature, Kommentar oder Glosse.[4]

Die Funktionen von Journalisten sind vielfältig. So definiert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) den Journalisten als eine Person, die hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt ist.[5] Neben der klassischen Informationsfunktion, üben Journalisten als sogenannte „vierte Gewalt“ gleichzeitig eine Kritik- und Kontrollfunktion gegenüber der Politik aus. Zudem sollen sie politische Debatten innerhalb der Gesellschaft fördern, indem sie auch Minderheiten und Betroffenen die Möglichkeit geben, sich zu artikulieren.[6] Somit tragen Journalisten wesentlich zur öffentlichen Meinungsbildung bei und erheben vor diesem Hintergrund den Anspruch der neutralen Berichterstattung.[7] Aktuell ist auch die Unterhaltungsfunktion von Journalisten in den Vordergrund gerückt. Dies resultiert aus er Tatsache, dass sich mit steigender Komplexität der Sachverhalte das Interesse an politischen Themen nur noch schwer beim Leser erzeugen lässt.[8]

Interessenten an einer journalistischen Tätigkeit sollten sich aufgeschlossen zeigen an vielfältigen Kontakten mit anderen Menschen und gegenüber neuen Themen zeigen und über soziales Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Kreativität sowie eine umfassende Allgemeinbildung und sprachliche Ausdrucksfähigkeit verfügen. Gleichzeitig sollten sie die Fähigkeit besitzen, Sachverhalte rasch zu analysieren und anderen Personen verständlich zu vermitteln.[9]

Das Abitur gilt als Mindestvoraussetzung für eine hauptberufliche Tätigkeit als Journalist. Zudem ist der frühzeitige Kontakt zur Praxis für den Einstieg in den Journalismus sinnvoll.[10]

Ein Volontariat absolvieren rund 80% der journalistischen Berufsanfänger. Hierbei kommt insbesondere den Tageszeitungen mit rund 1.100 Volontärsplätzen große Bedeutung zu, gefolgt von den Zeitschriften (ca. 800), den regionalen und lokalen privaten Hörfunkstationen (mehr als 400), den großen Rundfunkanstalten (ca. 200) und den Anzeigenblättern (ca.100). [11]

Neben den Volontariaten haben Interessenten die Möglichkeit, eine Journalistenschule zu besuchen. Seit den 1980er Jahren unterhalten die großen Medienhäuser unter anderem in Hamburg, Köln oder München eigene Journalistenschulen. Die Anzahl der Bewerber an Journalistenschulen sind jedoch außerordentlich hoch, sodass unter den Bewerberinnen und Bewerbern eine Vorauswahl anhand von Arbeitsproben und Lebensläufen getroffen wird. Tests und persönliche Gespräche entscheiden über die Besetzung der Ausbildungsklassen.[12]

Einen weiteren Einstieg in die Tätigkeit als Journalist stellt das Hochschulstudium dar, in dessen Rahmen angehende Journalisten unter anderem Kenntnisse in den Bereichen Mediensysteme, Staat und Gesellschaft, Medienpraxis oder Medienrecht erlangen.[13]

Entsprechend dem jüngsten Journalisten-Report beläuft sich die Zahl hauptberuflicher Journalisten derzeit auf 48.000. Der DJV geht von ca. 75.500 Journalisten aus, berücksichtigt im Gegensatz zu wissenschaftlichen Schätzungen jedoch auch die Zahl freier Journalisten, die sich auf ca. 25.000 beläuft. Der größte Teil der Journalisten ist hierbei bei Tageszeitungen beschäftigt (ca. 14.000), beim Rundfunk sind es etwa 9.200. Zeitschriften beschäftigen schätzungsweise 9.100 Journalisten. Bei Pressestellen sind ca. 7.000 Journalisten angestellt, bei Agenturen und Pressebüros (ohne PR) ca. 1.000.[14]

Freie Journalisten sind für Zeitschriften, Fernsehen und Hörfunk von Bedeutung, da sie im Vergleich zu fest angestellten Journalisten für geringere Honorare arbeiten und flexibler sind. Entsprechend der Ergebnisse einer Studie von Mayen, Springer und Pfaff-Rüdiger (2008) ist der durchschnittliche freie Journalist 47 Jahre alt und nebenberuflich als Journalist tätig. Er arbeitet ca. 38 Stunden pro Woche für durchschnittlich fünf Auftragsgeber und verfügt über ein monatliches Einkommen von 2.500 Euro.[15]

 


[7] Vgl. Kunczik/Zipfel (2005), S. 129ff.

[15]  Vgl. http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/DFJV_Studie_Freie_Journalisten.pdf (29.04.2012).

 

 

Quellen

Kunczik, Michael/Zipfel, Astrid (2005). Publizistik (2. Aufl.). Köln: Böhlau.

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r2/blobs/pdf/bkb/59434.pdf (30.04.2012).

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r2/blobs/pdf/bkb/59434.pdf (29.04.2012).

http://journalexikon.de/wiki.doku.php?id=funktionen_der_medien (30.04.2012).

http://www.berufe-lexikon.de/berufsbild-beruf-journalist.htm (30.04.2012).

http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/DFJV_Studie_Freie_Journalisten.pdf (29.04.2012).

http://www.djv.de/Berufschancen.2572.0.html (29.04.2012).

http://www.djv.de/DJV-Aufnahmerichtlinien.104.0.html (30.04.2012).

http://www.djv.de/Journalistenschulen.2564.0.html (30.04.2012).

http://www.djv.de/Journalist-in-werden.2538.0.html (30.04.2012).

http://www.djv.de/Volontariat.2544.0.html (30.04.2012).

http://www.goethe.de/wis/med/dos/jou/jab/de2304839.htm (02.05.2012).