Ethik im Journalismus

Ethik ist im Journalismus aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Zum einen ist die Frage inwieweit der Journalismus in das Privatleben von Menschen eingreifen darf, zum anderen ist die Frage inwieweit er in das Leben von Menschen eingreifen muss um z.B. über Skandale von Bedeutung berichten zu können (investigativer Journalismus).

Der investigative Journalismus ist eine von der Gesellschaft sehr erwünschte Form des Grenzen überschreitenden Journalismus, da hier durch langwierige Recherchen in der Regel massive Skandale aufgedeckt werden. Günther Wallraff, ein bekannter Enthüllungsjournalist, wurde bekannt durch seine tiefgehenden Recherchen in deutschen Großunternehmen. Seine Reportage, Artikel und Bücher deckten zum Misswillen vieler Unternehmen Inhalte auf, die zwingend an der Öffentlichkeit stehen sollten, jedoch ohne Journalisten, wie Wallraff im Verborgenen bleiben. So ist festzuhalten, dass investigativer Journalismus durchaus in einer Grauzone der Ethik agiert, aber sicherlich sowohl in der Gesinnungs- als auch in der Verantwortungsethik vertretbar erscheint.

Eine andere Form des Grenzen überschreitenden Journalismus bildet der auf vollkommen ökonomisch ausgelegte Aspekte Journalismus. Die „Bild-Zeitung“, aber auch die „Bunte“ geben externen Agenturen (z.B. Agentur CMK) Rechercheprojekte in Auftrag, die ethisch nicht mehr zu vertreten sind. So wurde z.B. das Privatleben von Müntefering und seiner Lebensgefährtin regelrecht ausspioniert und die Mitarbeiter der Agentur sind bewusst in das Privatleben des Spitzenpolitikers eingedrungen. Diese Projekte werden von den Auftraggebern in der Regel sehr gut bezahlt und werden begründet durch eine hohe Anzahl an Lesern, die daran interessiert sind. Jedoch verstößt diese Form des Journalismus gegen ethische Grundsätze.

Zur Überwachung ethischer Grundsätze gibt es den Pressekodex, der 1973 vom deutschen Presserat aufgestellt wurde. Inhaltlich geht es um ethische Verhaltensweisen, die Journalisten bei Ihrer Arbeit stets beachten sollten. So sollte eine Meldung immer zwei voneinander unabhängige Ursprünge haben um die Qualität und Richtigkeit einer Meldung zu gewährleisten. Weiterhin hat ein Journalist nur eine berichtende Funktion, darf niemals Partei ergreifen und muss stets objektiv von beiden Seiten einer Thematik berichten. Er muss stets ein Mindestmaß an kritischer Distanz wahren und stets die Wahrheit berichten sowie die Menschenwürde wahren. Verstößt ein Journalist oder eine Zeitung gegen diese Grundsätze, so werden diese gerügt. Kritiker äußern sich über die Macht des Presserates, denn es kommt zu keiner einschränkenden Auswirkungen, wenn eine Rüge ausgesprochen wurde.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass Ethik im Journalismus sehr viele Fassetten hat und aufgrund der Pressefreiheit viele Grenzen in der Grauzone fehlen. So kommt es immer wieder dazu, dass Menschenleben aufgrund von falschen Berichten zerstört werden, ohne dass es zu nachhaltigen Konsequenzen für die Beteiligten kommt.

 

Quellen:

http://www.presserat.info/

http://cmkgroup.de/

http://www.guenter-wallraff.com/

http://www.presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html

http://klaus.jaehne.de/papers/verantwortungsethik/

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  1. Ein interessanter Beitrag! Besonders spannend finde ich das Beispiel Wallraff. Ich frage mich allerdings, wo die Grenzen dessen sind, was man als Journalist leisten kann. Ist es möglich, als Journalist immer neutral zu berichten und verfolgt ein Journalist im Rahmen seiner Arbeit vllt. auch eigene Interessen?

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