Autor-Archiv

Gegendarstellung

Eine Gegendarstellung ist die eigene Darstellung eines Sachverhalts, über den zuvor in einem Medium berichtet wurde. Die Gegendarstellung geschieht durch den Betroffenen selbst, wobei es sich dabei sowohl um natürliche, als auch juristische Personen, wie z.B. Vereine, handeln kann.
Mit der Gegendarstellung versucht der Betroffene einen, in seinen Augen, von dem Medium falsch dargestellten Sachverhalt richtig zu stellen. Dabei liegt die Beweispflicht einer Falschdarstellung bei dem Betroffenen. Wird der Anspruch des Betroffenen anerkannt, muss die Gegendarstellung im selben Medium, an ähnlicher Stelle und kostenlos abgedruckt werden.
Die Gegendarstellung entwickelte sich aus dem Grundsatz „audiatur et altera pars“ (auch der andere Teil soll angehört werden), der den Ideen der französischen Revolution entstammt.
Durch die Möglichkeit der Gegendarstellung soll die inhaltlich richtige Informationsverbreitung garantiert werden. Außerdem dient sie dem Recht der freien Meinungsbildung und dem Recht auf Selbstbestimmung über die öffentliche Darstellung der eigenen Person.
In Deutschland wurde die Gegendarstellung juristisch erstmals im Reichspressegesetz von 1874 geregelt. Heutzutage ist die Gegendarstellung in den Pressegesetzen der einzelnen Länder geregelt.

 

www.initiative-tageszeitung.de

www.presserecht-aktuell.de

Presserecht: Der Gegendarstellungsanspruch und seine Umsetzung

Advertisements

deutscher Presserat

Der deutsche Presserat wurde am 20 November 1956 nach dem Vorbild des britischen „Press Coucil“ gegründet und ist eine Organisation der vier großen Presseverbände in Deutschland(BDZV/VDZ/DJV/dju).
Der Presserat wurde gegründet, um ein Bundespressegesetz, und damit die Einmischung der Politik in die Pressefreiheit, zu verhindern. Da in der deutschen Geschichte die Medien bereits instrumentalisiert wurden, war dies ein wichtiger Schritt, um die Souveränität der Medien zu gewährleisten.
Aufgabe des Presserates ist eine freiwillige Selbstkontrolle der Medien. Um die Kontinuität bei dieser Kontrolle zu gewährleisten, entwickelte der Presserat den Pressekodex. Außerdem tritt der Presserat für einen unbehinderten Zugang zu Nachrichtenquellen ein.
Als Sanktionen für Verstöße gegen den Pressekodex stehen dem Presserat der „Hinweis“, die „Missbilligung“ und die „Rüge“ zu Verfügung.
Da die Sanktionen allerdings keine gesetzliche Grundlage haben, sind die Medien nicht dazu verpflichtet auf die Sanktionen zu reagieren. So akzeptierte die BILD-Zeitung schon einmal für ein paar Jahre den Presserat nicht als Kontrollgremium. Daher wird der Presserat auch oft als „zahnloser Tiger“ bezeichnet.

Beschweren erwünscht(Welt Online)