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Arundathi Roy „Walking with the comrades“

Unter http://www.freedomroad.org/images/stories/PDF/RoyWalkingwtheComrades.pdf habe ich einen interessanten Beitrag von der indischen Autorin Arundathi Roy gefunden, die eine Zeit lang indische Naxaliten begleitet hat. Die indischen Naxaliten sind eine linksextremistische Gruppierung in Nordindien, die sich an die maoistische Ideologie anlehnen und vom indischen Premierminister Manmohan Singh als die „größte Bedrohung der inneren Sicherheit Indiens“ bezeichnet wurden. Der Beitrag ist zwar etwas länger, aber sehr spannend zu lesen. Für diejenigen, die es interessiert – viel Spaß dabei.

 

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Der Journalist

Der Journalist

Das Berufsbild Journalist ist weder staatlich festgelegt noch geschützt. Ausgehend von Artikel 5 des Grundgesetzes hat jeder Bürger das Recht, eine Meinung in Wort, Bild und Schrift zu verbreiten – und somit journalistisch tätig zu werden[1]. In der Regel sind Journalisten in Korrespondenz- oder Nachrichtenbüros, Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, bei Fernseh- oder Radiosendern, in PR- und Multimedia Agenturen oder in PR Abteilungen von Unternehmen beschäftigt.[2] Zudem hat die rasche Verbreitung des Internets eine weitere Form des Journalismus hervorgebracht: den Online-Journalismus.[3]

In das Aufgabenfeld eines Journalisten, einschließlich des Online Journalisten, fällt die Schaffung und Sammlung von allgemeinen, kulturellen, politischen oder wirtschaftlichen Informationen und die hierauf basierende Erstellung von Beiträgen für Presse, Funk und Fernsehen in Form einer Nachricht, eines Berichts, im Rahmen der Fotographie, des Films oder Interviews sowie als Reportage, Feature, Kommentar oder Glosse.[4]

Die Funktionen von Journalisten sind vielfältig. So definiert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) den Journalisten als eine Person, die hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt ist.[5] Neben der klassischen Informationsfunktion, üben Journalisten als sogenannte „vierte Gewalt“ gleichzeitig eine Kritik- und Kontrollfunktion gegenüber der Politik aus. Zudem sollen sie politische Debatten innerhalb der Gesellschaft fördern, indem sie auch Minderheiten und Betroffenen die Möglichkeit geben, sich zu artikulieren.[6] Somit tragen Journalisten wesentlich zur öffentlichen Meinungsbildung bei und erheben vor diesem Hintergrund den Anspruch der neutralen Berichterstattung.[7] Aktuell ist auch die Unterhaltungsfunktion von Journalisten in den Vordergrund gerückt. Dies resultiert aus er Tatsache, dass sich mit steigender Komplexität der Sachverhalte das Interesse an politischen Themen nur noch schwer beim Leser erzeugen lässt.[8]

Interessenten an einer journalistischen Tätigkeit sollten sich aufgeschlossen zeigen an vielfältigen Kontakten mit anderen Menschen und gegenüber neuen Themen zeigen und über soziales Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Kreativität sowie eine umfassende Allgemeinbildung und sprachliche Ausdrucksfähigkeit verfügen. Gleichzeitig sollten sie die Fähigkeit besitzen, Sachverhalte rasch zu analysieren und anderen Personen verständlich zu vermitteln.[9]

Das Abitur gilt als Mindestvoraussetzung für eine hauptberufliche Tätigkeit als Journalist. Zudem ist der frühzeitige Kontakt zur Praxis für den Einstieg in den Journalismus sinnvoll.[10]

Ein Volontariat absolvieren rund 80% der journalistischen Berufsanfänger. Hierbei kommt insbesondere den Tageszeitungen mit rund 1.100 Volontärsplätzen große Bedeutung zu, gefolgt von den Zeitschriften (ca. 800), den regionalen und lokalen privaten Hörfunkstationen (mehr als 400), den großen Rundfunkanstalten (ca. 200) und den Anzeigenblättern (ca.100). [11]

Neben den Volontariaten haben Interessenten die Möglichkeit, eine Journalistenschule zu besuchen. Seit den 1980er Jahren unterhalten die großen Medienhäuser unter anderem in Hamburg, Köln oder München eigene Journalistenschulen. Die Anzahl der Bewerber an Journalistenschulen sind jedoch außerordentlich hoch, sodass unter den Bewerberinnen und Bewerbern eine Vorauswahl anhand von Arbeitsproben und Lebensläufen getroffen wird. Tests und persönliche Gespräche entscheiden über die Besetzung der Ausbildungsklassen.[12]

Einen weiteren Einstieg in die Tätigkeit als Journalist stellt das Hochschulstudium dar, in dessen Rahmen angehende Journalisten unter anderem Kenntnisse in den Bereichen Mediensysteme, Staat und Gesellschaft, Medienpraxis oder Medienrecht erlangen.[13]

Entsprechend dem jüngsten Journalisten-Report beläuft sich die Zahl hauptberuflicher Journalisten derzeit auf 48.000. Der DJV geht von ca. 75.500 Journalisten aus, berücksichtigt im Gegensatz zu wissenschaftlichen Schätzungen jedoch auch die Zahl freier Journalisten, die sich auf ca. 25.000 beläuft. Der größte Teil der Journalisten ist hierbei bei Tageszeitungen beschäftigt (ca. 14.000), beim Rundfunk sind es etwa 9.200. Zeitschriften beschäftigen schätzungsweise 9.100 Journalisten. Bei Pressestellen sind ca. 7.000 Journalisten angestellt, bei Agenturen und Pressebüros (ohne PR) ca. 1.000.[14]

Freie Journalisten sind für Zeitschriften, Fernsehen und Hörfunk von Bedeutung, da sie im Vergleich zu fest angestellten Journalisten für geringere Honorare arbeiten und flexibler sind. Entsprechend der Ergebnisse einer Studie von Mayen, Springer und Pfaff-Rüdiger (2008) ist der durchschnittliche freie Journalist 47 Jahre alt und nebenberuflich als Journalist tätig. Er arbeitet ca. 38 Stunden pro Woche für durchschnittlich fünf Auftragsgeber und verfügt über ein monatliches Einkommen von 2.500 Euro.[15]

 


[7] Vgl. Kunczik/Zipfel (2005), S. 129ff.

[15]  Vgl. http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/DFJV_Studie_Freie_Journalisten.pdf (29.04.2012).

 

 

Quellen

Kunczik, Michael/Zipfel, Astrid (2005). Publizistik (2. Aufl.). Köln: Böhlau.

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r2/blobs/pdf/bkb/59434.pdf (30.04.2012).

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r2/blobs/pdf/bkb/59434.pdf (29.04.2012).

http://journalexikon.de/wiki.doku.php?id=funktionen_der_medien (30.04.2012).

http://www.berufe-lexikon.de/berufsbild-beruf-journalist.htm (30.04.2012).

http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/DFJV_Studie_Freie_Journalisten.pdf (29.04.2012).

http://www.djv.de/Berufschancen.2572.0.html (29.04.2012).

http://www.djv.de/DJV-Aufnahmerichtlinien.104.0.html (30.04.2012).

http://www.djv.de/Journalistenschulen.2564.0.html (30.04.2012).

http://www.djv.de/Journalist-in-werden.2538.0.html (30.04.2012).

http://www.djv.de/Volontariat.2544.0.html (30.04.2012).

http://www.goethe.de/wis/med/dos/jou/jab/de2304839.htm (02.05.2012).

 

 

Das Informationsfreiheitsgesetz

Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) oder Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes ist ein deutsches Gesetz zur Informationsfreiheit, das seit dem 1. Januar 2006 in Kraft ist. Das Gesetz gewährt den voraussetzungslosen Anspruch eines jeden Bürgers auf Zugang zu amtlichen Informationen der Behörden und Einrichtungen des Bundes, das heißt, Zugang zu jeder amtlichen Zwecken dienenden Aufzeichnung, unabhängig von der Art ihrer Speicherung.
Vor in Kraft Treten des Gesetzes bestand kein allgemeines Einsichtsrecht der Bürger in Behördenunterlagen. Das Gesetz löst nun den Grundsatz der Amtsverschwiegenheit ab: Statt vom Prinzip der Geheimhaltung wird vom Prinzip der Öffentlichkeit ausgegangen. Allerdings beschränkt sich das Gesetz lediglich auf abgeschlossene und dokumentierte Vorgänge. Entwürfe und Notizen, die nicht Bestandteil eines Vorgangs werden sollen, können von den Bürgern nicht frei eingesehen werden.
Das deutsche Informationsfreiheitsgesetz unterliegt im Gegensatz zu vergleichbaren Gesetzen anderer Staaten einer Vielzahl breit gefasster Ausnahmeklauseln, die beschränken, in welchen Fällen die Behörden eine Information verweigern könnten. So besteht der Anspruch auf Informationszugang beispielweise nicht, wenn öffentliche Belange, der behördliche Entscheidungsprozess, personenbezogene Daten oder Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse sowie geistiges Eigentum eingeschränkt werden.
Der Antrag auf Informationszugang kann formlos an die jeweilige Behörde gerichtet werden, von der Informationen gefordert werden. Eine Begründung ist unter anderem dann notwendig, wenn die Informationen Dritte betreffen. Eine Entscheidung über den Antrag soll innerhalb eines Monats erfolgen. Eine Auskunft der Behörde kann in mündlicher, schriftlicher oder elektronischer Form erfolgen. Bei Einsichtnahme in amtliche Informationen sind Notizen, Ablichtungen und Ausdrucke erlaubt. Sofern aufwändige Anträge bearbeitet werden, können Kosten bis 500 Euro entstehen. Auslagen, beispielsweise Kopien, werden ebenfalls in Rechnung gestellt.
Das Recht auf Information ist beim Verwaltungsgericht einklagbar. Sofern ein Bürger sein Recht auf Informationsfreiheit nach dem Gesetz verletzt sieht, kann er sich kostenlos an den Bundesbeauftragten für Informationsfreiheit wenden, der gleichzeitig das Amt des Bundesdatenschutzbeauftragten ausübt und bei Konflikten Ombudsmann der Antragsteller ist.
Das Informationsfreiheitsgesetz hat insbesondere für Journalisten und ihre Arbeit verschiedene Vorteile.
Einen erheblichen qualitativen Unterschied für die Recherche eines Journalisten stellt beispielsweise die Möglichkeit dar, eine Akteneinsicht im Amt vornehmen oder auf elektronisch gespeicherte Daten zuzugreifen. Hierdurch kann er beispielsweise Informationen erhalten, die ihm ein Pressesprecher möglicherweise verschwiegen hätte. Darüber hinaus ist die Information wesentlich präziser und detailreicher.
Das Gesetz ermöglicht zudem eine verdeckte Recherche. Dies erleichtert Journalisten unter anderem die Recherche im Bereich Korruption.
Zudem profitieren Journalisten davon, dass das Informationsfreiheitsgesetz dazu führt, dass auch engagierte Bürger mit ihren Anträgen vermehrt interessante Themen aufspüren.
Das Informationsfreiheitsgesetz hat zudem den Vorteil, dass es mit dem Datenschutzbeauftragten zugleich einen Ombudsmann gibt, an sich jeder Bürger wenden kann, sofern Probleme auftreten. Die Vermittlung und Rechtsberatung ist kostenlos und somit gerade für freie Journalisten sehr hilfreich.